***Liefertagverschiebung am 3. Juni**
Alle Donnerstagskunden bekommen in KW 22 ihre Kiste dann am Samstag geliefert. Eure Backwaren könnt ihr für den Tag ganz normal bestellen!

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Jungpflanzenverkauf am 15.05.

Wer braucht Gemüsepflanzen für den eigenen Garten?

Bei uns trudeln schon vermehrt die Anfragen ein, ob und wann unser diesjähriger Jungpflanzenverkauf wieder stattfinden wird.
Nach den bisherigen C 19-Bestimmungen, können wir ihn veranstalten und wie im vergangenen Jahr mit den gängigen Abstandsregelungen durchführen!
(Alles andere wäre ja auch skandalös…)

An diesem Tag gibt´s mehr oder weniger alles für den heimischen Gemüsegarten: Salate, Kohlrabi, Zucchini, Kohl, Kürbisse, Tomaten, Fenchel…
Natürlich alles in bester Bio-Qualität! Was wir nicht selbst anziehen, bekommen wir von der Biolandgärtnerei Gaiser & Fischer aus Walddorfhäslach, die sich auf die Anzucht von Jungpflanzen spezialisiert haben. Fast alle Sorten sind samenfest und können Euch somit zur eigenen Saatgutgewinnung dienen. Übrigens ein sehr spannendes Thema, welches wir in diesem Artikel  näher beleuchten!

Verkaufsstart der Jungpflanzen um 10:00 Uhr

Unser Hofladen hat an diesem Tag ebenfalls von 9:00-16:00 Uhr durchgehend geöffnet. Neben den Jungpflanzen könnt Ihr also noch Euren üblichen Wocheneinkauf bei uns machen.
Frisch gebackenes Brot aus unserer Hofbackstube, Eier von unseren Hühnern und auch sonst alles was das Bio-Herz begehrt!

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Warum „samenfest“ so wichtig ist …

Für Gärtnerinnen und Gärtner, egal ob hobbymäßig im heimischen Garten oder großflächig auf dem Acker und sogar losgelöst von bio oder nicht, ist „samenfest“ ein äußerst wichtiger Begriff!
Denn nur aus samenfesten Sorten lässt sich Saatgut gewinnen, woraus man im kommenden Jahr wieder neue fruchtbare Pflanzen bekommt, welche die gewünschten Sortenmerkmale tragen.

Der Gegensatz zu samenfesten Sorten sind Hybridsorten. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Formen ist, dass Hybride nicht nachbaufähig sind, da ihre Merkmale schon im ersten Nachbaujahr wieder aufspalten oder die Pflanzen gar ihre Fruchtbarkeit verloren haben (Stichwort „Terminator-Technologie„).
Daraus folgt, dass Hybridsorten nur einmal gesät werden können und Bauern und Bäuerinnen daraus kein Saatgut für eine neue Aussaat gewinnen können, sondern gezwungen sind, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen!
Dies ist vor allem in Schwellenländern mit einer Vielzahl an angepassten lokalen Sorten ein existenzielles Problem!

Es ist also auch als Verbraucher*in enorm wichtig auf samenfeste Öko-Sorten achten weil …

… die Möglichkeit der Standortanpassung besteht
… sie zum Erhalt der Sortenvielfalt und damit der Agro-Biodiversität (die Grundlage unserer Ernährungs-Sicherung!) beitragen.
.. sie ein wichtiger Beitrag für die Unabhängigkeit aller Gärtner*innen weltweit sind, die sich nicht in folgenschwere Abhängigkeiten von wenigen marktbeherrschenden Konzernen begeben müssen.
… die Vielfalt und der gute Geschmack bei den Hybridsorten oft auf der Strecke bleiben.
.. jede*r von uns mitverantwortlich ist, für das was wir essen und pflanzen!

Wir empfehlen Euch zu diesem Thema den wunderbaren Film „unser Saatgut“.
Wirklich schön und erschreckend zugleich – denn wir haben bereits jetzt über 95% unsere Nahrungspflanzen-Vielfalt eingebüßt!

Von Herzen, eure Hofbäuerinnen & Hofbauern 

Klimafreundliches Verhalten – wie geht das eigentlich..?!

Heute möchten wir Euch von unserer Klimafreundlichstellung, der jährlichen CO2 Bilanz und dem Moorprojekt berichten.

Aber was ist denn eigentlich klimafreundliches Verhalten?! … mich persönlich (und ich vermute Euch auch) beschäftigt das immer wieder im Alltag, beim Lebensmittel-, oder Klamotten-Einkauf, oder bei der Planung meines nächsten Urlaubes. Welche Reiseart kann man „verantworten“, nur weil man beispielsweise einen CO2 Ausgleich bezahlt? Fahre ich lieber Fahrrad, Auto oder Bus & Bahn – wann kann ich eine Avocado mit gutem Gewissen essen und wie nachhaltig ist eigentlich Bio-Baumwolle? Manche dieser Fragen sind vielleicht einfacher zu beantworten – bei anderen tue ich mir manchmal schwer. Und das liegt mitunter auch daran, dass es immer mehr Firmen gibt, die sich mit „Greenwashing“ ein Image zulegen – dass dem Kunden beim Kauf der Produkte sozusagen ein reines Gewissen gleich mitliefern soll.

Vielleicht ist auch gerade das der Grund, warum ich diesen Artikel schon eine Weile vor mir herschiebe. Ich möchte nicht in dieser Schiene solcher Unternehmen mitmischen – also uns sozusagen damit rühmen, welche „tollen Maßnahmen“ wir treffen, um unseren Kunden zu binden. Aber nicht darüber zu schreiben wäre auch sehr schade .. also berichte ich mal – vielleicht ja „neutral“ 😉

Bei den vergangenen Verbandstreffen mit etwa 40 Ökokistenbetrieben aus ganz Deutschland wurde immer wieder diskutiert, ob das Thema „Klimafreundlichstellung“ fest in unsere Arbeit integriert werden soll. Schließlich ist es bereits Ziel aller Partnerbetriebe, so umweltschonend wie möglich zu wirtschaften. Nun haben wir uns geeinigt und für die Verankerung in den Verbandsrichtlinien entschieden und prüfen daher seit 2019 jährlich unseren CO2-Ausstoß, den wir in einer Bilanz erfassen. So sehen wir zum einen, wo es Verbesserungsbedarf gibt und können direkt aktiv werden. Auf der anderen Seite ist eine solche Bilanz die Grundlage, um unseren CO2-Ausstoß zu kompensieren.
Für den Begriff „klimafreundlich“ wurde sich bewusst entschieden, da gewisse Emissionen leider nicht zu vermeiden sind, also im engeren Sinne keine „Neutralität“ besteht. Oberste Priorität bei jeder unserer Aktionen ist immer die Vermeidung von Emissionen und das ist der Unterschied einer „Klimafreundlichstellung“ zum „Greenwashing“: Nur wo Emissionen nicht vermieden oder reduziert werden können, wird durch sinnvolle Maßnahmen kompensiert. Also, die Reihenfolge ist immer:

1. Vermeiden
2. Reduzieren
3. Kompensieren

Durch nachhaltige Betriebsführung und intelligente Logistik wird der CO2-Ausstoß vermieden bzw. reduziert. In einigen Bereichen unseres Betriebes sind sie leider dennoch unumgänglich. Denn beispielsweise unsere Liefertouren durch Lastenfahrräder abzudecken ist nahezu unmöglich und die Technologie des E-Fahrzeugs ist leider auch (noch) nicht komplett frei von Schattenseiten…

Diese Aufzählung ist längst nicht vollständig, und wir haben natürlich auch einige Ecken und Enden, an denen wir sicherlich ökologischer und nachhaltiger arbeiten und wirtschaften könnten. Ich denke es ist, wie so vieles im Leben, ein Prozess und das Wichtigste ist, sich der Thematik bewusst zu werden und dann zu handeln … aber ich wollte ja auch noch etwas zum Moorprojekt schreiben 😉

Moore sind ein höchst effektiver terrestrischer CO 2-Speicher, viel effektiver noch als Wald – nur haben sie diese wichtige Funktion in den letzten Jahrzehnten durch menschliche Eingriffe, Verbuschung, Klimawandel usw. zunehmend eingebüßt. Inzwischen hat sich der Vorgang dramatischer weise sogar umgekehrt: Durch die fortschreitende Entwässerung geben die Moore sogar CO 2 in die Atmosphäre ab. Diesen Prozess gilt es zu stoppen und die Moore in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuführen, so dass sie in einigen Jahren wieder CO 2 aus der Atmosphäre entnehmen und binden können. Und das geschieht langfristig, denn gemäß den Umweltgesetzen steht eine solche Fläche für intensive landwirtschaftliche oder sonstige Nutzung dauerhaft nicht mehr zur Verfügung. Und da soll eben auch das ganze CO 2 der Ökokisten-Betriebe rein, im kompensatorischen Sinne!

Wer sich unsere Zertifikate mal ansehen möchte:

Moor-Urkunde_Hofbauernhof

Klimafreundlichstellung-Urkunde_Hofbauernhof

Und wen die Thematik jetzt noch weiter interessiert: Auch jede*r von Euch kann seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck durch die Kompensation (unvermeidlicher..?!) CO2-Ausstöße verringern. Einzelheiten gibt es zum Beispiel unter www.greensfair.de oder www.klimaktiv.de.

Liebste Grüße aus dem Hofbüro, eure Carla

#NoMoreEmptyPromises

Klimastreik auf den Feldern!

Am 19. März hatte Fridays for Future wieder zum globalen Klimastreik aufgerufen! Viele coronakonforme Aktionen waren in mehreren Städten geplant. Zusätzlich erreichte uns ein Aufruf der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) bei der „Acker-Demo“ teilzunehmen. Unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises, stellten wir also am vergangenen Freitag trotz Wind und Wetter eigens gebastelte Schilder auf unseren Feldern und rund um Schömberg auf.

Nachwuchs im Kuhstall

Zwei kleine Kälbchen wurden geboren, die sich nun in unsere Herde, in der mittlerweile 20 Kühe, Rinder und Bullen leben, eingefunden haben. Dora und Odilia heißen sie – gemäß der Tradition darf die Person, die das Kälbchen zum erstem Mal im Stall erblickt, es auch benennen.

In unserer Mutterkuh-Herde blieben die Kälber bei Ihren Müttern und werden von diesen ca. 9 Monate lange mit Milch versorgt. So entsteht eine intensive Bindung zwischen der Mutter und dem Jungtier. Im Alter von 9 Monaten gehen dann die weiblichen Jungtiere auf eine eigne Weide bzw. in einen eigene Bereich im Stall, da dann die Geschlechtsreife einsetzt, die Jungrinder aber noch zu klein sind für Trächtigkeit und Geburt. Die männlichen Jungtiere verbleiben in der Herde mit den Kühen und kleinen Kälbern und entwickeln sich im Herdenverband zu meist ruhigen Zeitgenossen.

Ab Anfang Mai, wenn die Wiesen genug Grünfutter bieten, kommt dann die gesamte Herde auf die Weide. In diesem Jahr werde ich ein neues Weidesystem ausprobieren und die Tiere morgens und abends auf ein neues Stück abgetrennte Weide lassen. Dies bringt zwar mehr Arbeit mit sich, verspricht jedoch eine deutliche Verbesserung des Ertrages, der Tier- und Pflanzengesundheit über eine Verbesserung des Bodens. Ich bin gespannt wie das funktionieren wird.

Euer Hofbauer Andreas

Karos Sommer-Küchen-Traum

„Die Sonne strahlt und es zieht mich hinaus an die frische Luft. Die kuscheligen Stunden voller Gemütlichkeit werden abgelöst von Frühlingsgefühlen, Tatendrang und der Wonne an Schneeglöckchen und wachsenden Grashalmen. Auch in meinem Kopf sprießen die Ideen und Projekte nur so heraus.

Ich (Karo), neu im Kochteam des Hofes, denke da verbunden mit heimatlichen Gefühlen und voller Sehnsucht an die (Dr)außenküche des Guidohofes in Sachsen…
Ja, so eine Sommerküche hier auf dem Hof für das gemeinschaftliche Kochen draußen an der frischen Luft fehlt eindeutig!
Einmal in die Runde gefragt, merke ich, das ich mit dem Gedanken nicht allein bin. Und so ist die Idee geboren!

Jetzt entstehen die Fragen und Details, die es zu bedenken gibt. Zum Beispiel: Wo ist der ideale Ort dafür? Am besten geschützt vor Wind und Regen, aber dennoch sonnig mit der Möglichkeit auf Schatten. Am besten zentral im Innernhof, denn gutes Essen steht bei uns ja auch sonst im Mittelpunkt. Die Frage nach der Finanzierung und dem Bau klärt sich möglichrweise solidarisch. Das heißt alle geben und packen so viel an, wie sie wollen und können. Zum Glück haben wir unseren Holz-Profi Yasko auf dem Hof, der schon mal mit dem Bauplan beginnt. Hach ja, ich freue mich schon, wenn das erste Mal die Essensdüfte draußen über den Hof ziehen und die Küche eingeweiht wird. Aber bis dahin heißt es erstmal noch Abwarten, Tee trinken und sägen und schrauben und schleifen und ….
Wenn Du unseren Tatendrang unterstützen und beispielsweise zufällig beim Frühjahrsputz gerade Deine Küche/Möbel/Gasherd/Bauholz etc. verscherbeln möchtest, so denk doch an uns und unseren Traum von einer Außenküche auf dem Hof :-)“

… es träumt und grüßt Euch aus der Küche – eure Karo

Schüss Werner, machet jot!

Anfang März war Werners letzter Arbeitstag bei uns in der Backstube. Zu seinem Abschied  hat Roland seine verschlungenen Hirnhälften schwingen lassen und ein kleines Lied gedichtet… angelehnt an einen aktuellen viralen Hit „Wellerman“.
Eine Kostprobe unseres HbH-Chors könnt ihr bekommen, wenn ihr hier rechts klickt .. ab Sekunde 5 gehts los 😉

 

WERNERMAN

Es war einmal ein Mann der backte hier
bewegte sich sehr schnell und trank kein Bier

Er nannte sich Werner Glutenfrei
und legte früh los – am liebsten um zwei

Er war engagiert, er putzte gern
kam immer pünktlich, blieb nie fern

Er trank viel Kaffee, ging nur selten aufs Klo
und machte uns ein Jahr lang  froh

REFRAIN:

Nun ist die Zeit hier vorbei
wir singen zum Abschied und sagen bye-bye

Mach’s gut, wir danken dir sehr
der Abschied, der fällt … schwer

Er schlang fünf Brezeln mit jeder Hand
passte gar locker zwischen Ofen und Wand

War schneller als die Polizei erlaubt
Zurück blieb nur etwas Dinkel-Mehl-Staub

REFRAIN:

Nun ist die Zeit hier vorbei
wir singen zum Abschied und sagen bye-bye

Mach’s gut, wir danken dir sehr
der Abschied, der fällt … schwer

Bald schon ist der Ofen aus
Wir rufen „farewell!“ und spenden Applaus

Mach‘ es gut – wir wünschen dir Glück
Es führt kein Weg zurück

REFRAIN:

Nun ist die Zeit hier vorbei
wir singen zum Abschied und sagen bye-bye

Mach’s gut, wir danken dir sehr
der Abschied, der fällt … schwer

Markus-Mehrkorn-Saatenbrot
Nussecken, Keks, Roggen-Vollkornschrot

Plunder-, Mürb- und Hefeteig
Der Weg wurd‘ dir zu weit…

REFRAIN:

Nun ist die Zeit hier vorbei
wir singen zum Abschied und sagen bye-bye

Mach’s gut, wir danken dir sehr
der Abschied, der fällt … schwer

REFRAIN:

Bald wir der Werner weg sein
Jacob und Roland backen allein

Mach’s gut wir danken dir sehr
Der Abschied, der fällt … aus.

Mist streuen mit den Äpfel-Produzenten

Diese Woche haben wir nach der Winterpause erstmals wieder unsere beiden Schwarzwälder Füchse Max und Rico angespannt um Mistkompost auf den Feldern auszubringen. Unsere Gärtnerin Iris hat sich vor einigen Jahren dazu entschieden unseren Gemüsebau mit größtmöglichem Arbeitspferde-Einsatz in Ergänzung zum Traktoreneinsatz auszustatten. Pferde sind im Gegensatz zu großen Maschinen leichter und verdichten das Bodengefüge nicht so großflächig. Das passt zu unserer Philosophie: eine große Vielfalt an Gemüse auf kleiner Fläche anzubauen!
Moderne Geräte für die Pferdearbeit sind nicht immer so einfach zu bekommen. Den hier rechts im Bild zu sehenden, bodenbetriebenen (nix Motor!) Miststreuer hat Iris sich beispielsweise im vergangenen Jahr für Ihre Feldarbeit extra aus den USA liefern lassen, da es hier nichts Vergleichbares zu kaufen gibt. Wer einmal unseren Pferden bei der Arbeit zugesehen hat, wird beeindruckt sein, welche Power diese beiden Kaltblüter haben!
Hier gibt es mehr zur Pferdearbeit.

Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 fing an, wie so manches andere: mit dem ersten Januar. Aber das war‘s dann auch schon mit der Synonymität, denn während sich in den letzten 15 Jahren Hofbauernhof die Jahresvorschau in der Frage erschöpfte, welche Projekte wir zuerst, welche als zweites und welche zuletzt angehen würden, stand dieser Jahresstart unter ganz anderen Vorzeichen bzw. Fragen! Nämlich, ob es hier überhaupt weitergehen würde mit der verbliebenen Besetzung, denn Andreas wollte ja ab Sommer andere Wege einschla-
gen und die Betriebsgemeinschaft als Vierter von einstmals sechs Gründer*innen verlassen.
Ein ziemlich kniffliger Brocken lag da also vor uns auf dem Teller, und wir waren uns unklar, ob es nun „Guten Appetit“ und Gabel und Messer zur Hand nehmen oder „Das mag ich nicht!“ quengeln und den ganzen Krempel vom Tisch fegen heißen sollte. Schlaflose Nächte, Besprechungs-, Abstimmungs-, Beratungs- und Mediationstermine verschiedenster Art in verschiedenster Konstellation galt es wahrzunehmen und zu bewältigen, „aufgelockert“ durch nicht minder herausfordernde Besuche potentieller Nachfolger und
flankiert von betriebsalltäglichen Aufgaben so mancher Art, wie Mitarbeiter-Suche oder Kompensation diverser krankheitsbedingter Ausfälle.Kurz: Der Start ins Jahr war so wie der letzte Satz: lang, verschachtelt, komplex, herausfordernd … 🙂

Und ungewöhnlich schneearm.

Und hier haben wir ein ganz Besonderes Goodie für Euch. Unser Stimm(ungs)talent Roland Lübberstmeier hat den ganzen Text eingelesen. Einfach auf das Bild hier rechts daneben klicken, zurücklehnen und zuhören! 🙂

Video abspielen

Dann allerdings kamen auch schon die ersten Sterne vom Himmel zu uns geflattert bzw. zu uns „gewalzt“: Kai Kolacek, frisch gebackener (!) Bäckergeselle auf der Walz, half uns mit seinem freundlich-tatkräftigen und maximal unerschrockenen Dasein die Brandung am personellen Strand der Backstube zu konsolidieren und wieder in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren.
Gerade rechtzeitig für einen geregelten Übergang stieß dann Bäckermeister Werner Günther aus Pfalzgrafenweiler, auch „Günther Gluten-frei“ genannt, zu uns. Was für ein Glück, denn so konnte nicht nur die Vergrößerung des Sortiments beibehalten, sondern auch dem ersten Corona-Kundenzuwachs mit voller „Manpower“ begegnet werden!
Auch im Packraum wurde spätestens mit dem ersten offiziellen Lockdown ordentlich rangeklotzt, dass es eine Freude war, dem engagierten, hochmotivierten Team aus bewährten und neu dazu gekommenen Kräften zuzuschauen.
Ob man es glaubt oder nicht: Es gab sogar teilweise Rund-um-die-Uhr-Betrieb!
Damit sich auch ansonsten der Hofalltag nicht allzu langweilig gestaltete, wurde rund um den Ziegenstall gepflastert und fest
verzäunt, so dass hier nun alle nötigen Maßnahmen trockenen Fußes erledigt werden können.

Nachdem ja im letzten Jahr schon sehr plötzlich Else Weidenbach gestorben war, folgte ihr am 24.03. ihre Cousine und zugleich die letzte Hofbesitzerin Linde Beilharz-Sewig. Traurig, dass aufgrund der Corona-Verordnung die Beerdigung nur im kleinsten Kreise stattfinden konnte und wir ihr die gebührende Ehre nur in Gedanken zukommen lassen konnten. Ohne die Bereitschaft und beharrliche Initiative der beiden „Weidenbach-
Cousinen“ hätte es das Projekt Freundeskreis Hofbauernhof nie gegeben, dafür sei an dieser Stelle noch einmal unser ergebenster Dank ausgesprochen!
Ebenfalls zu beklagen war der Tod von einem weiteren Freund des Hofes, Martin
Franz aus Freudenstadt, der uns über viele Jahre durch seine Einsatzfreude und
Tatkraft bei Veranstaltungen aller Art den Rücken gestärkt hat! Farewell, Martin!

Tja, und während man also Anfang des Jahres noch ganz normale Dinge tun konnte, wie Schlittschuh laufen, Klettern gehen, Zug fahren, im Wartezimmer sitzen oder mit Freunden Geburtstag feiern, war dann ab April erst mal Sense, und wir verabschiedeten uns peu a peu von erst einer und schließlich von fast allen Veranstaltungen des Jahres … Kein Osterbasteln, keine Konzerte, keine Hofführungen, kein Weihnachtsmarkt … Lediglich den Jungpflanzenverkauf konnten wir unter freiem Himmel und unter C-Auflagen verwirklichen und in der kleinen sommerlichen C-Pause fand die Einweihung unseres „neuen Hofcafés“, oder besser gesagt: der neuen Bestuhlung statt.
Bislang bestand das Mobiliar ja aus – salopp gesagt – zusammen-gewürfelten Dachboden-Funden, ergänzt durch mehr spartanische als bequeme Klappstühle der Marke „Für einen Espresso ganz ok, zum Sitzen und Schwatzen eher unter der Kategorie ‚sportlich‘ einzuordnen“. Dank der Förderung durch die LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald erfreuen sich seit dieser Zeit alle Hofcafé-Fans an einer neuen Garnitur optisch ansprechender und obendrein außerordentlich bequemer Sitz- und Tisch-Möbel!

In puncto Hygiene-Verordnung kam es dann ja recht dicke und natürlich hatten auch wir
weder Klopapier noch Desinfektionsmittel in ansatzweise ausreichender Menge für den Hamsterkauf-Ansturm parat. Die Ladnerinnen Meike und Esther hatten aber auch mit den verfügbaren Dingen alle Hände voll zu tun, bis schließlich auch hier kausal auftretende
Rückenschmerzen das heldenhafte Einspringen von Iris erforderten…
Zum Glück blieben unsere Wind-und Wetter-gegerbten, allen viralen Attacken trotzenden Fahrer und Fahrerinnen maximal tapfer bei der Stange, um schier unglaubliche Kistenstapel vom Hof in die Welt zu bringen. Glücklich schätzen kann sich der, der Maren, Jens, Sergej, Magdalena, Thomas, Martin, Reinhard und Ute als Transporteure erster Güteklasse um sich weiß!
Und unsere Besatzungs-Causa? Die nahm eine ziemlich unerwartete und nicht
unerfreuliche Wendung: Der Familien-Clan rund um Häuptling „Singing Andreas“
zog doch nicht weiter, sondern sattelte die Pferde wieder ab, befestigte die
Wigwams und die Bisonjagd konnte nach einigen supervisorischen Pow-hows mit
vereinten Kräften fortgeführt werden.
Hier sind mir wohl gerade ein wenig die literarischen Mustangs durchgegangen…
Verzeihung und weiter im Text!

Das Jahr gewann nämlich ordentlich an Dynamik, und eh wir uns versahen, hatten wir wieder einige kleinere und größere (Bau-)
Projekte am Start:
Aus einem kleinen: „Wir streichen endlich mal den Eingangsbereich“ wurde eine Komplett-Instandsetzung des Vorbaus, ausgeführt hauptsächlich durch unseren Neu-Zimmermannsgesellen Yasko. Austausch diverser tragender Balken und Neu-Eindeckung des
Vordachs inklusive … Nicht zu vergessen: viele, viele Lack-Kratz-Stunden durch mehr oder weniger freiwillige Helferinnen …
Auch im Eingangsbereich der unteren Stall-Wohnung wurde allumfänglich „aufgeräumt“: Türdurchbruch, Strom-Hausanschluss-Umorganisation vom Sondereinsatzkommando der Stadtwerke, Bodengießen … dank Gabriel Mehnert, dem „Handwerker für alle Fälle“, trifft man hier nun endlich auf Wohnlichkeit statt auf Schutthalde … 🙂 Auch das seit Jahren mehr als überfällige Gäste-WC beim Haupteingang nahm der von allen mittlerweile nur zärtlich „Eli“ genannte Gabriel unter seine Fittiche, und so wurde aus einem sehr in die Jahre gekommenen Örtchen eine Glanztat, die eigentlich in einem dem Wohnbauwesen gewidmeten Magazin veröffentlicht werden müsste! Schade, dass durch die C-Situation bisher kaum Besucher in den Genuss dieses kleinen „Off-beat-Paradieses“ kamen …
Besonders angetan war übrigens unsere Pädagogik-Frau und Iris‘ rechte Hand im Gemüsebau, Esther Lutz, die schließlich stringenterweise im Oktober ihr Zimmer bei uns räumte und in die nahegelegenen Mehnert‘schen Räumlichkeiten umsiedelte. Anfang 2021 wird Nachwuchs erwartet …

Es folgte die überraschende Kündigung unseres Mieters Sebastian Heinzel im Lärchenhäuschen, wodurch, wie vom Schicksal gefügt, Raum für Jacob Langanky und Karoline Obst frei wurde, die eigentlich als potentielle Nachfolger in Andreas‘ Wohnung ziehen sollten
(die ja nun doch nicht frei wurde, s.o.!). Jacob ist seitdem mit Herz, Hirn und Hand in der Backstube aktiv, während Karo das Kochteam rund um die beiden Spitzenköchinnen Ruth Graeber und Carla Staiger komplettiert und der Anhängerschaft der Zeitschrift
„Köstlich vegetarisch“ zu exponentiellem Wachstum verhilft…
Tja, und so ergab sich auch hier die günstige Gelegenheit eine neue Baustelle aufzutun und es wurde außer der großflächigen Efeu-Entfernung der Fußdoden auf der ersten Etage entfernt, isoliert sowie neu verlegt, und aus einer Besenkammer nebst angeschlossenem Klo wurde ein großes Badezimmer mit handgezogenen Silikonfugen, Lehmputz und echten Chromargan Applikationen gezaubert.
Während dessen vollbrachte Karo allerdings etwas nicht minder Wesentliches, denn sie brachte am 19. Juli einen neuen Erdenbürger und Hofbewohner zur Welt: Leopold Karl Langanky.

Und da Licht und Schatten ja immer brav Hand in Hand gehen, fiel auch tragischerweise ungefähr in dieser Zeit, ausgelöst durch einen heimtückischen Zeckenbiss, unser Ökokisten-Mastermind Pauline Schaaf krankheitsbedingt für mehrere Monate aus, so dass Iris titanic-like auf der eisigen See der Doppel- und Dreifachbelastung schipperte und es einem Wunder gleichkam, dass trotz weiterer Krankheitsfälle an der Packerinnen-Front die große Havarie verhindert werden konnte … Ich nehme an, dass Iris die benötigten Kraftreserven nur durch eine beachtliche Anzahl an Kutschfahrten mobilisieren konnte, die so sprunghaft anstiegen, dass wir um ein (Pferde-) Haar eine Vollzeitstelle Kutscher*in ausgeschrieben hätten…
Stattdessen engagierten wir 225 neue, legefreudige Mitarbeiterinnen der ÖTZ (Ökologische Tierzucht gGmbH) „Coffee und Cream“, die – ihres Zeichens Zweinutzungshühner mit Bruderhahnaufzuchts-Garantie – einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Eier-Produktion für uns markierten – ein spannendes, hochkomplexes Thema! (Der an thematischer Vertiefung interessierten Leserin sei hier die Lektüre unserer Homepage empfohlen!) Nach Lockerung des ersten Lockdowns stießen dann im Sommer doch noch einige hart entbehrte Wwoofer (und Waldorfpraktikanten) zu uns, um der neben dem Beikraut gewachsenen Gemüsevielfalt unter die (meist haarigen…) Arme zu greifen, zu ernten, zu kochen, zu putzen und (last, aber überhaupt kein bisschen least!) das soziale Miteinander zu befruchten. Vielen, vielen Dank all Euch engagierten Menschen (Marcos, Basti, Toni, Erik, Clara, Ralf, Inga, Jule, Lena, Karla, Marie, Sarah, Lars, Yannick, Edeltraut, Jindrich, Gertrud und wie sie alle hießen…)!
Für Yasko und Jeremi ging schließlich noch ein lang gehegter Kindheitstraum in Erfüllung, denn für Rohrverlegungsarbeiten wurde ein (echter!) Minibagger ausgeliehen, was für die beiden zwei Tage Paradise city bedeutete.
Dann folgte auch schon der Spätsommer mit Wochenmarkt Teilnahme der Backstube, legendärem Kartoffelkeller-Kultur-Abend und tränenreichem Föjle-rinnen-Abschied von Jule und Helena, die zwar beide nicht ins Gästebuch schrieben, aber erfreulicherweise dem Thema Landwirtschaft treu blieben, eine in Richtung Studium, die andere in Richtung Älpler-Leben.
Wie jedes Jahr ging es aber natürlich auch an dieser Stelle quasi nahtlos weiter und diesmal sogar mit drei Föj-Stellen: Marie, ehemalige Waldorfpraktikantin von uns, Marei, Freundin einer Freundin des Hofes und – ganz zusammenhanglos – aus dem hohen Norden, „Errol“ Finn.
Die drei sind mittlerweile auch schon wieder fast 5 Monate am Hof und werkeln an
allen möglichen und unmöglichen Ecken und Enden, wie es die gute, alte Föj-Tradition gebietet!

Kurz vor Schluss des Transfer-Fensters konnten wir dann Ende des Sommers noch Anna Gottschling und Max Langanky zurück im Team begrüßen, die ungefähr ein Jahr auf großer Fahrradreise und auf einem demeter-Schafsmilch-Betrieb verbracht hatten und ihr Abstinenzlertum nicht länger aufrecht erhalten wollten.
Die beiden verstärken uns seitdem im Ökokisten-Büro, im Packraum und bei vielen anderen Taten, wie z. B. bei der von Carla perfekt vorbereiteten und liebevoll betreuten Ernten & Essen-Aktion, unserer Veranstaltung im Oktober, die bereits im dritten Jahr als mit Abstand beliebtestes Familien-Event über die Bühne ging (sorry, aber der Witz musste einfach sein).

Danach war dann C-mäßig mal wieder der Ofen aus, aber vergessen sei auch in diesem Bericht natürlich nicht die „SoliSau“, für die ja sogar der Schwabo eigens eine Reporterin zur Berichterstattung vorbeischickte! Die Hofgemeinschaft besitzt seit Dezember dank Yaskos unermüdlicher Arbeitslust endlich eine kleine, solidarisch finanzierte Fass-Sauna! Deutlich stärker frequentiert als der Hofladen wird dort seitdem in Wechselschicht geschwitzt und entspannt und geschwitzt und entspannt …
Exklusiv für Clubmitglieder, versteht sich (manchmal muss man auch zwischen zwei Gängen kurz die Kühe füttern oder Brot aus dem Ofen holen, aber das ist eine andere Geschichte …)!

Tja und somit bin ich am Ende des Jahres-Rückblicks angelangt, der schneereiche Januar mit mannigfaltig-nervenzehrenden
Stromausfällen und damit einhergehender Improvisations-Kunst und Geduldsfaden-Akrobatik ist mittlerweile auch schon wieder passé und von allen weiteren heiteren und ernsten Entwicklungen erfährt die geneigte Leserin dann an anderer Stelle zu anderer Zeit und höchstwahrscheinlich auch an anderem Ort.

So long, für die Hofbauernhöflerinnen, Euer Dr. Smützig

Wer den Bericht ausrucken möchte, findet ihn HIER als PDF zum Download.

Ernten und Einlagern

Unsere Aktion im Oktober „Ernten und Essen“ war richtig schön! Wir konnten an fast allen Terminen viele fleißige Helfer*innen begrüßen und gemeinsam mit Ihnen einen großen Teil unserer Ernte einholen. Nun sind wir noch in den letzten Zügen – gestern haben wir die letzten Pastinaken geerntet. Noch ein paar Tage, dann haben wir alles unter Dach und Fach und unsere Gemüsebäuerin Iris kann auch wieder beruhigter schlafen 🙂 … Denn für diese Woche war auch eigentlich schon mal Schnee angekündigt worden. 

Hier noch ein paar Eindrücke unserer Ernteaktion im Oktober …